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4593/17 - Promenade 'Zur Feuerwache-Trift'

Vorlagennummer4593/17
Datum20.10.2017
Beratungsartöffentlich

Beschlussvorschlag


Der Ausschuss für Stadtplanung und Stadtsanierung nimmt den Entwurf Promenade 'Zur Feuerwache-Trift' wie beschrieben zur Kenntnis.

Die Bezirksvertretung Süd stimmt dem Entwurf Promenade 'Zur Feuerwache-Trift' wie beschrieben zu.

Die Bezirksvertretung Oppum-Linn stimmt dem Entwurf Promenade 'Zur Feuerwache-Trift' wie beschrieben zu.

Sachverhalt


Die Krefelder Promenade soll zukünftig als attraktive, multifunktionale Alltags- und Freizeitachse auf aufgelassenen Bahnflächen und fernab des motorisierten Verkehres die Stadtteile Forstwald im Südwesten und Hohenbudberg im Nordosten miteinander verbinden. Im Weiteren könnte eine wichtige Anschlussmöglichkeit Richtung Osten an den Radschnellweg Ruhr-RS 1 entwickelt werden.

Ein erster wichtiger innerstädtischer Realisierungsbereich ist der Abschnitt zwischen den Straßen „Zur Feuerwache“ und „Trift“. Die Flächen verlaufen parallel zu der Deutschen Bahnstrecke Duisburg-Mönchengladbach überwiegend in Hochlage und werden durch die Straße „Dießemer Bruch“ zerteilt. Eine neue Rad- und Fußwegebrücke mit Rampenanlage im Westen sowie einer Treppe im Osten sollen dabei die Durchgängigkeit, sowie den Anschluss an das städtische Verkehrsnetz gewährleisten.
Die Promenade ist in diesem Teilstück rd. 1,80 km lang. Die zur Verfügung stehenden Flächen weisen im Westen (B-Plan Nr. 742) eine Breite von 15m, im Osten (B-Plan Nr. 743) eine Breite von 12m auf plus 3m Gehölzstreifen zum Gewerbegebiet. In diesem Korridor entsteht eine attraktive Grünverbindung mit 4,0m breitem Radweg und angrenzenden 2,0m breitem Fußweg.
Der Radweg soll dabei asphaltiert sein und erhält reflektierende Randmarkierungen im Schmalstrich in der Farbe Verkehrsgelb. In Bereichen, in denen Kreuzungsverkehr mit Fußgängern zu erwarten sind (Aufenthaltsbereiche, Rampenanbindungen,…), wird diese „Kontaktzone“ mit markierten Bändern über die gesamte Wegebreite gekennzeichnet.
Als Trennstreifen zu dem Fußweg aus wassergebundener Decke dient ein 50cm breiter Streifen aus Grobschotter, der somit visuell und taktil kontrastrierend Leitfunktion für sehbehinderte Bürger ausübt.
Die Wegeachse wird durch alternierende Reihen von Säulenbäumen begleitet. Die Baumreihen lösen sich in den Aufweitungsbereichen in lockere Baumstellungen aus Schwarzkiefer auf. Die Promenade wird abschnittsweise durch eine Blühhecke an deren Rändern begleitet und soll insbesondere entlang der niveaugleichen Parallelführung mit den aktiven Gleisstrecken die Nähe zum Zugverkehr durch schöne Blühaspekte abmildern.
Die Aufweitungsbereiche bieten die Möglichkeit, die in weiten Teilen eng trassierte Strecke zu rhythmitisieren. Für den Park auf dem Hochplateau (östlich Dießemer Bruch) wird als langfristige Nutzung als „Jungen Ort“ ein Calisthenic-Angebot vorgeschlagen, ist hier in der Baumaßnahme jedoch nicht enthalten.
Die unregelmäßig geformten „Wiesen-Schollen“ erzeugen ein spannendes Raumerlebnis, welches durch das Begrünungskonzept „Grüne Ränder-offene Mitte“ unterstützt wird. Der östliche Hügelpark bei Trift/Weiden soll dahingegen als ruhiger Ort ausgestaltet werden. Hier bieten Rasenflächen Möglichkeiten zum Lagern und rasten.
Die Aufweitungsbereiche erhalten je einen Aussichtspunkt auf den Erdbauwerken.
Die Anschlussstelle an den Kreuzungspunkt Trift/Weiden im Osten soll langfristig als „Durchstich“ in gerader Richtung zwischen den Gleisen (Anschluss Hafenbahn und DB-Gleisstrecke) auf die Einmündung Hochfelder Straße im Zuge der Erneuerung der Eisenbahnüberführung EÜ Trift realisiert werden.

Bodenmanagement
Auf den ehemaligen, durch die Deutsche Bahn genutzten Flächen, sind 4-6 m mächtige Bodenauffüllungen aufgebracht worden.

Die aktuellen Boden- und Baugrunduntersuchungen der Flächen weisen zum Teil starke Verunreinigungen der aufgetragenen Böden nach. Ziel ist möglichst keine bis geringe Aushubmengen entsorgen zu müssen. Ziel soll es aus umweltschutzfachlicher aber auch aus Kostensicht sein, durch die Promenadenentwicklung anfallende Bodenmengen sicher und kostengünstig auf dem Standort zu belassen, bzw. neu einzubauen. Hierzu ist die Anlage von Landschaftsbauwerken in den Aufweitungsbereichen der
B-Planfläche Nr. 743 geplant, die somit als Lärm- und Sichtschutz dienen und die Gelegenheit geben je einen Aussichtspunkt pro Aufweitungsbereich auszugestalten.

Entwässerungskonzept
Die Durchsickerung der Auffüllbereiche ist zu vermeiden. Daher werden die anfallenden Oberflächenwässer befestigter Flächen aufgefangen und zur Retention bzw. verzögerten Ableitung gebracht werden. An je einer Stelle der BPlangebiete 742 und 743 sollen die abschnittweise gefassten Niederschlagswässer in abgedichteten Gräben zu einem definierten Punkt transportiert und durch die Auffüllhorizonte hindurch in Untergrundrückstaukörper zur anschließender Versickerung in den darunter liegenden unbelastete Bodenzonen (Rhein-Terassenablagerungen) gebracht werden. Im Bereich des B-Plan 743 wird darüber hinaus die Ableitung überschüssiger Niederschlagsmengen in den verrohrten Gathgraben vorgesehen.

Brücke
Die Brücke über den Dießemer Bruch wird als Stahlbrücke ausgebildet mit 11,90m Lichter Weite, 5,50m Breite und beidseitigen 1,30m hohem Geländer.
Die Oberfläche besteht aus Kunstharzbeschichtung und wird über eine Fallleitung in die Streckenentwässerung des Dießemer Bruchs entwässert. Die kastenförmigen Stahlbetonwiderlager gründen auf die vorhandenen Widerlagerwände der alten DB-Brücke. Das Brückensystem ist wirtschaftlich, technisch problemlos ausführbar und fügt sich gestalterisch gut in die Umgebung ein.

Rampe/Treppe
Zur barrierefreien Anbindung der Promenade an die Straße Dießemer Bruch ist an der Westseite der Straße eine Rampe mit 4,00m Breite und Zwischenpodesten sowie zur gemeinsamen Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer geplant. Sie bindet an den kombinierten Geh- und Radweg des Dießemer Bruchs an. Die Oberfläche der Rampe besteht aus Asphalt. Die Entwässerung erfolgt über beidseitig verlaufende Natursteinpflasterrinnen, die gleichzeitig im Sinne der Barrierefreiheit als taktiles Element für die äußere Begrenzung dienen.

Auf der Ostseite des Dießemer Bruchs ist eine 11,50m lange Öffnung in der Spundwand, das Gelände ist abgeböscht. In dieser Böschung wird eine Treppenanlage mit 1,50m Breite, Zwischenpodest sowie Geländer eingebaut und mit einem 2,00m breiten Weg an die Promenade angebunden.

Beschlüsse, Förderung, Kosten
Die Promenade Abschnitt 'Zur Feuerwache-Trift' wird im Rahmen des Förderprogramms Kommunalesinvestitionsförderungsgesetz (KInvFöG) realisiert. Die Durchführung des Projektes hat der Rat in seiner Sitzung am 10.12.2015 beschlossen.
Der ursprüngliche Kostenrahmen des Projektes lag bei 2,5 Mio. Euro. Aufgrund neuer Erkenntnisse u.a. im Bodenmanagement/Abführung der Niederschlagwassers, die erst im Lauf der Entwurfsplanung erarbeitet wurden entstehen Mehrkosten in Höhe von 500.000,-- Euro, die über den Veränderungsnachweis im Haushalt angemeldet worden sind. Somit belaufen sich die Kosten des Projektes (Baukosten und Honorare) auf 3 Mio. Euro mit einer Förderquote über KInvFöG von 90%.

Die Mittel sind im Haushalt unter der Maßnahme Promenade Güterstraße-Trift/Weiden P0670101000; Planung und Bau von Freiflächen
78520000; Auszahlungen für Tiefbaumaßnahmen
PSP 7.267.100.700.200 Tiefbau Promenade Güterstraße-Trift/Weiden veranschlagt.

Vorgesehener Beratungsweg

Ausschuss für Stadtplanung und Stadtsanierung, 23.11.2017
Beschluss


Der Ausschuss für Stadtplanung und Stadtsanierung nimmt den Entwurf Promenade 'Zur Feuerwache-Trift' wie beschrieben zur Kenntnis.

Abstimmungsergebnis

zur Kenntnis genommen

Wortbeitrag


Ratsfrau Matthias macht auf die Kritik des ADFC zum engen Kurvenradius im Bereich der Rampe am Dießemer Bruch aufmerksam. Sie bittet die Verwaltung vor Beginn der Baumaßnahme zu prüfen, ob dieser nicht erweitert werden könne und um Abstimmung mit dem ADFC.
Herr Thies vermutet, dass der Kurvenradius aufgrund der Platzproblematik gewählt wurde, werde dies überprüfen und eine entsprechende Rückmeldung an den ADFC geben.

Bezirksvertretung Süd, 06.12.2017
Beschluss


Die Bezirksvertretung Krefeld-Süd stimmt dem Entwurf Promenade "Zur Feuerwache - Trift" wie beschrieben zu.

Abstimmungsergebnis: einstimmig

Wortbeitrag


Frau Gerding-Neubert vom Fachbereich Grünflächen geht auf die Vorgeschichte sowie Entstehung des vorliegenden Entwurfes ein. Bei dem Projekt handele es sich um eine Neubaumaßnahme, die im Rahmen des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes realisiert werde. Die “Krefelder Promenade“ solle zukünftig als attraktive, multifunktionale Alltags- und Freizeitachse auf aufgelassenen Bahnflächen und abseits des motorisierten Verkehrs die Stadtteile Forstwald im Südwesten und Hohenbudberg im Nordosten miteinander verbinden. Im Jahr 2016 sei hierfür die Beauftragung zur Planung erfolgt und sie freue sich nun als Vertreterin der Stadt, der Bezirksvertretung hierzu Herrn Mescher von der DTP Landschaftsarchitekten GmbH Essen vorstellen zu können.

Dieser geht anhand einer Power-Point-Präsentation detailliert auf die Planungen ein.
Seit 1999 habe man hier in Krefeld diese Idee verfolgt, dicke Bretter gebohrt sowie immens viel Arbeit und Überzeugungskraft investiert. Nun könne erfreulicherweise bald – vorgesehen sei dies aktuell für Ende 2019 - der erste Abschnitt der Promenade in Angriff genommen und das ca. 1,8 km lange Teilstück zwischen Feuerwache und Trift realisiert werden. Dieses bisher für die Menschen unzugängliche und generell wenig attraktive Gelände entlang der Bahnschienen werde man nun stark aufwerten können.

So seien ungefähr fünfzehn Meter breite Wege für Spaziergänger und Radfahrer in Planung, es werde eine ansprechende Bepflanzung geben und auch zwei parkähnliche Areale, die zum Entspannen und Verweilen einladen sollen. Bei der Bepflanzung favorisiere man zum Beispiel Ahornbäume sowie Wiesenflächen mit hochstehendem Gras, hier werde es aber auch für Ballspiele kurzgeschnittene Bereiche geben.
Ein beispielhaftes und bereits realisiertes Gelände befände sich in Essen-Frohnhausen.
Um eine durchgängige Strecke realisieren zu können, werde die Promenade darüber hinaus durch eine neue Rad- und Fußwegbrücke mit einer Rampenanlage im Westen über den Dießemer Bruch geführt.

Herr Gabriel zeigt sich erfreut über die nun vorliegende Projektplanung und hinterfragt darüber hinaus, in wie weit die Installation einer Beleuchtung erforderlich sei.
Herr Eilers vom zuständigen Fachbereich Tiefbau erwidert, es werde gemeinsam mit der Deutschen Bahn ein einheitlicher Leuchtentyp ausgesucht und installiert.

Herr Daniel Wingender zeigt sich ebenfalls zufrieden, gerade auch bezüglich der finanziellen Rahmenbedingungen. 90 Prozent würden letztlich über besagten Fördertopf bereitgestellt und der restliche Finanzbedarf sei auch bereits über den städtischen Haushalt abgedeckt. Ergänzend würde er gerne darüber informiert, auf welche Art und Weise eine räumliche Abgrenzung der Promenade erfolgen solle.
Herr Mescher informiert hierzu, dass unterhalb des Bahnniveaus keine solchen Maßnahmen erforderlich seien und im Osten des Dießemer Bruchs Zäune angedacht wären.

Herr Werner Wingender regt ergänzend für die Zukunft die Erstellung eines “Bewegungsparcours“ entlang der Promenade an.

Frau Brendle-Vierke bedankt sich abschließend noch einmal für die gelungene Planung sowie Präsentation, bringt die große Vorfreude der Bezirksverordneten auf die Promenade zum Ausdruck und stellt die Vorlage zur Abstimmung.

Bezirksvertretung Oppum-Linn, 12.12.2017
Beschluss


Die Bezirksvertretung Krefeld-Oppum-Linn stimmt dem Entwurf Promenade "Zur Feuerwache - Trift" wie beschrieben zu.

Abstimmungsergebnis: einstimmig

Wortbeitrag


Herr Dr. Tacken begrüßt Herrn Thies vom Fachbereich Grünflächen und bittet diesen um Ausführungen zum aktuellen Stand.

Herr Thies geht u. a. anhand einer umfassenden PowerPoint-Präsentation hierauf ein.
Bei dem Projekt handele es sich um eine Neubaumaßnahme, die im Rahmen des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes realisiert werde. Die “Krefelder Promenade“ solle zukünftig als attraktive, multifunktionale Alltags- und Freizeitachse auf aufgelassenen Bahnflächen und abseits des motorisierten Verkehrs die Stadtteile Forstwald im Südwesten und Hohenbudberg im Nordosten miteinander verbinden.
Im Jahr 2016 sei hierfür die Beauftragung zur Planung erfolgt und er freue sich nun als Vertreter der Stadt, der Bezirksvertretung die gemeinsamen Planungen mit der DTP Landschaftsarchitekten GmbH Essen vorstellen zu können.

Seit 1999 habe man hier in Krefeld diese Idee verfolgt, dicke Bretter gebohrt sowie immens viel Arbeit und Überzeugungskraft investiert. Nun könne erfreulicherweise bald – vorgesehen sei dies aktuell für Ende 2019 - der erste Abschnitt der Promenade in Angriff genommen und das ca. 1,8 km lange Teilstück zwischen Feuerwache und Trift realisiert werden. Dieses bisher für die Menschen unzugängliche und generell wenig attraktive Gelände entlang der Bahnschienen werde man nun stark aufwerten können.

So seien ungefähr fünfzehn Meter breite Wege für Spaziergänger und Radfahrer in Planung, es werde eine ansprechende Bepflanzung geben und auch zwei parkähnliche Areale, die zum Entspannen und Verweilen einladen sollen. Bei der Bepflanzung favorisiere man zum Beispiel Ahornbäume sowie Wiesenflächen mit hochstehendem Gras, es werde aber auch für Ballspiele kurzgeschnittene Bereiche geben.
Um eine durchgängige Strecke realisieren zu können, werde die Promenade darüber hinaus durch eine neue Rad- und Fußwegbrücke mit einer Rampenanlage im Westen über den Dießemer Bruch geführt.

Auf Nachfrage sagt Herr Weinberg die Übersendung der vorgestellten PowerPoint-Präsentation via Mail an die Bezirksverordneten zu.

Herr Dr. Tacken bedankt sich abschließend noch einmal für die gelungene Planung sowie Präsentation, bringt die Vorfreude der Bezirksverordneten auf die Promenade zum Ausdruck und stellt die Vorlage zur Abstimmung.