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- Mitteilungen und Eingänge 13.03.2018

Datum13.03.2018
Beratungsartöffentlich

Vorgesehener Beratungsweg

Kultur- und Denkmalausschuss, 13.03.2018

Wortbeitrag


Denkmalpflegerin Eifert macht nachfolgende Mitteilungen:
Sportanlage Hubert-Houben-Kampfbahn (Beantwortung der erinnernden Anfrage von Ratsfrau Neukirchner aus der KDA-Sitzung vom 23.01.2018)
Die in ihren wesentlichen Bestandteilen denkmalgeschützte Hubert-Houben-Kampfbahn (erbaut 1925) wird in die quartiersbezogene Betrachtung der Krefelder Sportstätten einbezogen. An der Tribüne, der Einfriedung und dem Platzwarthaus bestehen Sanierungsbedarfe, die noch zu beziffern und in eine Prioritätenabfolge einzuordnen sind.
Fahrradständer am Hauptbahnhof
In der Zwischenzeit hat ein Planungsgespräch in der Verwaltung stattgefunden, in dem alle Beteiligten aus den Fachbereichen Tiefbau und Stadtplanung, eingeschlossen die Untere Denkmalbehörde (UDB) die Rahmenbedingungen abgestimmt haben. Auf dieser Grundlage soll so zeitnah wie möglich ein gestalterisch ansprechendes Angebot für die Fahrradfahrer geschaffen werden. Die neuen Bügel sollen im Zusammenhang mit dem Baudenkmal Hauptbahnhof schlicht und funktional sein und der Ausstattung entsprechen, die bereits in der Umgebung am Ostwall und der Hansastraße realisiert worden ist.
Badezentrum Bockum
Die Sportverwaltung bereitet mit externer Unterstützung die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie für das denkmalgeschützte Hallenbad vor. Aktuell wird die Bestandsaufnahme bearbeitet. Die UDB ist eingebunden und hat bereits Unterlagen zur Verfügung gestellt. Im Vordergrund der Betrachtungen stehen die Technischen Anlagen des Badezentrums.
Anträge auf Bewilligung von Denkmalfördermitteln des Landes für kommunale Baudenkmäler
In enger Abstimmung mit LVR und Bezirksregierung, sowie durch die Architektenleistungen des Fachbereichs Zentrales Gebäudemanagement (FB 60) konnten für die Herbertzhäuser am Uerdinger Marktplatz (Rathaus und ehem. Bücherei – hier Fassaden- und Fensterinstandsetzungen) sowie für die Egelsbergmühle in Traar (Mauerwerkssanierung) fristgerecht Förderanträge gestellt werden. Die Fristsetzung war zuvor als Ausnahmeregelung auf den 15.02.2018 für das laufende Jahr ausgeweitet worden. Eine konkretere Einschätzung der Fördersituation für Krefeld erwartet die Bezirksregierung für Ende März.

Beigeordneter Visser macht nachfolgende Mitteilungen:
Bekanntgabe Preisträger Niederrheinischer Literaturpreis der Stadt Krefeld
Die beschlussfähige Jury hat in ihrer Sitzung am 19.02.2018 einstimmig beschlossen, den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld 2018 der Krefelder Schriftstellerin Liesel Willems zu verleihen. Frau Willems wird für ihr bisheriges prosaisches und lyrisches Gesamtwerk sowie ihre 30jährigen Verdienste um die Literatur in der Region ausgezeichnet. Oberbürgermeister Frank Meyer verleiht ihr den Preis am Sonntag, 16. September, um 17 Uhr im historischen Ratssaal des Rathauses. Am Montag danach wird Liesel Willems um 20 Uhr in der Mediothek in öffentlicher Veranstaltung lesen.
Förderung der Ausstellung "Folklore und Avantgarde" der Kunstmuseen
Die Ausstellung soll mit wesentlicher finanzieller Unterstützung des LVR in Gesamthöhe von 150.000 Euro durchgeführt werden. Ein erste Tranche i.H.v. 30.000 Euro ist bereits bewilligt. Für den zweiten Teilbetrag ist formal ein weiterer Antrag zu stellen, der inhaltlich unstrittig ist. Der LVR benötigt entsprechend seiner Richtlinien das Testat der Stadt Krefeld, dass der KDA als zuständiges politisches Gremium eine Information erhalten hat. Der Kultur- und Denkmalausschuss nimmt die Information unter Beifallsbekunden entgegen.
Joseph-Beuys-Platz: (Beantwortung der CDU-Anfrage aus der Sitzung am 23.01.2018)
Der Platz wurde im Rahmen eines Wettbewerbs vor einigen Jahren planerisch überarbeitet. Zur Realisierung werden die durch Fachdezernent Linne in der Sitzung des Bauausschusses vom 24.01.2018 erfolgten Informationen wiederholt: Zur Zeit und bis zum Sommer laufen Kanalarbeiten in der Marktstraße, bis in Museumsnähe. Unmittelbar anschließend, ab drittem Quartal 2018, starten die Arbeiten für die Neugestaltung des Platzes. Sie werden ca. ein Jahr dauern. Die Fertigstellung wird im dritten Quartal 2019, also noch innerhalb des Bauhausjahres, erwartet.
Piet-Mondrian-Bilder
Ergänzend zur Zeitungsberichterstattung und der auf den Plätzen ausliegenden Stellungnahme zur Medienanfrage fasst Beigeordneter Visser den aktuellen Sachstand zusammen: 1950 sind in den Kunstmuseen acht Bilder von Piet Mondrian aufgefunden worden. Vermutet wird die Herkunft aus einer Ausstellung 1929, allerdings gibt es hierfür keinen Nachweis. Vier dieser Bilder sind im Besitz der Kunstmuseen, vier wurden von Paul Wember gegen Werke der Klassischen Moderne eingetauscht. Erstmals 2011, dann aktuell Anfang diesen Jahres zum wiederholten Male, ist die Stadt von Nachfahren Piet Mondrians über eine anwaltliche Vertretung - auf der Grundlage einer "expert opinion" einer Kunsthistorikern - aufgefordert worden, die vier noch vorhandenen Bilder herauszugeben, weil die Erben das Eigentum an den Werken beanspruchen. Die Expertenmeinung basiert auf einer Aneinanderreihung von Darstellungen, die nicht nachvollziehbar ist und keinerlei Nachweise oder Belege für die Darstellungen liefert. Über den Fachbereich Recht hat die Stadt unmissverständlich zum Ausdruck bringen lassen, dass sie keinerlei Eigentumsanspruch anerkennt und aufgrund der angedrohten weiteren Verfahrenssituation mitgeteilt, eine eigene unabhängige Expertenmeinung von entsprechend sachkundigen Kunsthistorikern einzuholen. Die Stadt hat sich zudem der Unterstützung durch eine Fachkanzlei versichert, die beim weiteren Verfahren begleiten wird. Die Zukunft wird zeigen, ob die Androhung, dass Verfahren in die USA zu ziehen, von Erfolg gekrönt ist. Die Stadt wird dagegen rechtlich vorgehen. Zusammenfassend sind die von der Gegenseite gemachten Sachverhaltsdarstellungen nicht nachvollziehbar und in sich nicht stimmig. Die Stadt hat sich persönliche Angriffe gegen ehemalige und aktive Mitarbeiter ausdrücklich verbeten. Bei dieser Angelegenheit geht es explizit nicht um NS-Raubkunst, sondern um einen profanen Eigentumsstreit. Man kann bei Streitigkeiten in Ruhe darüber sprechen. Unabhängig von einem Ergebnis kann die Verwaltung als Vertreter der öffentlichen Hand öffentliches Eigentum - und davon ist die Verwaltung überzeugt - nicht einfach aus der Hand geben. Die Stadt sieht sich in der Verpflichtung, öffentliches Eigentum zu schützen und sich gegen derartige Angriffe zu wehren.

Die Vorsitzende, Ratsfrau Müllers, dankt für die Informationen. Sie benennt die gewählten Mitglieder der Jury für den Niederrheinischen Literaturpreis namentlich und dankt ihnen unter Beifallsbekunden des Ausschusses für ihre Arbeit.