Inhalt

- Sachstand de Greiff-Säule

Datum08.01.2018
Beratungsartöffentlich

Beschlussvorschlag


Der Kultur- und Denkmalausschuss nimmt den mündlichen Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Vorgesehener Beratungsweg

Kultur- und Denkmalausschuss, 23.01.2018
Beschluss


Der Kultur- und Denkmalausschuss nimmt den mündlichen Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Abstimmungsergebnis

zur Kenntnis genommen

Wortbeitrag


Denkmalpflegerin Eifert erläutert die unterschiedlichen Phasen der Transformation der de-Greiff-Säule. Sie hat die Informationen als Grundlage für die Beratung des Gremiums Kunst im öffentlichen Raum zusammengestellt. [Protokollnotiz: Der Vortrag ist der Niederschrift als Anlage beigefügt.] Die Vorsitzende, Ratsfrau Müllers, dankt für die zusammenfassende Darstellung. Sie berichtet, dass das Gremium Kunst im öffentlichen Raum getagt hat, eine Entscheidung aber nicht herbeigeführt werden konnte. Der Säulenschaft sei weder Kunst noch festgestelltes Denkmal. Zur Klärung der Möglichkeit einer Unterschutzstellung seien weitere Recherchen nötig. Demnach sei jetzt nur eine Kenntnisnahme aber keine Entscheidung möglich. Sie hofft auf weitere positive Entwicklung der Entscheidungsfindung und erinnert an den Verweisungsbeschluss des Rates zum Antrag von Ratsherrn Heitzer sowie die Beschlüsse der Bezirksvertretungen West und Mitte. Alle drei Beschlüsse seien Auftrag zum Handeln; sie hoffe, dass für alle nachvollziehbar wurde, warum heute keine Entscheidung möglich ist. Ratsherr Bovenkerk wünscht Informationen zur Zeitschiene, er erinnert an die Diskussionen in den 1990er Jahren zum Sockel am Bismarckplatz. Er erwarte von der Verwaltung Vorschläge, was mit dem Säulenschaft passiert. Beigeordneter Micus erwidert, diesem Dictus in der bestehenden Diskussionslage nicht folgen zu wollen. Verwaltungsseitig sei der Sachverhalt aufgearbeitet und damit jeder auf den selben Kenntnisstand gebracht. Es sei nunmehr ur-bürgerschaftliche/-politische Entscheidung, wie mit diesem Kenntnisstand umzugehen ist. Ratsfrau Matthias fragt, welchem Gremium die Entscheidung obliegt; ihrer Erinnerung nach sei das Gremium Kunst im öffentlichen Raum in Ermangelung eines gesamtstädtischen Konzeptes für den Umgang mit Kunst in der Stadt ohne Ergebnis geblieben. Beigeordneter Micus erläutert die Rechtslage mit zwei unterschiedlichen Beschlüssen in kommunalen Gremien und der Möglichkeit des Rates, die Entscheidung an sich zu ziehen, dessen Beschlüsse wiederum in den zuständigen Ausschüssen, hier der Kultur- und Denkmalausschuss, vorbereitet werden. Dem Einwand der Vorsitzenden, dass es im Moment weder um Kunst noch um Denkmal geht, schließt sich der Beigeordnete an. Die Vorsitzende ergänzt, dass das Gremium Kunst im öffentlichen Raum sich dafür ausgesprochen hat, eine Analyse und Festlegung zur Vorgehensweise mit der Kunst im öffentlichen Raum zu erstellen. Ratsfrau Neukirchner ist zufrieden, heute keine Entscheidung treffen zu müssen, weil Entscheidungsgrundlagen fehlen. Es gäbe einen aktuellen Sachstand, der Säulenschaft "liegt gut". Betrachtet als Gestaltungselement im öffentlichen Raum sollte es eine klare Linienführung für die Gesamtstadt geben. Dann würde auch klar, was mit dem Säulenschaft geschehen soll. Letztlich müsse auch die Finanzierung geklärt sein. Ratsherr Kokol führt aus, dass er die Situation sehr unglücklich findet, da es sich um zwei völlig verschiedene Vorschläge handelt: Die von Klaus Reymann vorgeschlagene komplette Wiederherstellung des Ehrenmals auf dem Ostwall sei in seinen Augen etwas völlig anderes als die Idee von Georg Opdenberg, mit dem Säulenschaft am Corneliusplatz etwas Neues zu schaffen. In der derzeitigen Finanzsituation könne er sich nicht vorstellen, dass städtisches Geld für die Säule eingesetzt wird. Jedenfalls scheine ihm die Wiederherstellung des Greifvogels anhand nicht-eindeutigen Fotomaterials und die Aufstellung am ursprünglichen Standort etwas teuer zu sein. Für ihn mache der Vorschlag von Herrn Opdenberg wesentlich mehr Sinn und sei auch wesentlich preiswerter zu realisieren. Ihm sei wichtig, einmal vergleichbare Bedingungen herzustellen. Ratsfrau Drießen-Seeger findet gut, dass der Kultur- und Denkmalausschuss diskutiert. De Greiff sei ein bedeutender Bürger gewesen, dem Ehre gebühre. Über 70 Jahre habe sich an der Grundlage des verwertbaren Rests nichts geändert. Verschiedene realisierte Modelle seien in der Vergangenheit von der Bürgerschaft nicht angenommen worden. Es sei daher wichtig, den Bürgerwillen und die finanzielle Machbarkeit zu kennen, bevor man überhaupt den Gedanken fasst, eine Entscheidung treffen zu können. Ratsherr Bovenkerk sieht sich durch die ergänzenden Ausführungen in seiner Forderung bestätigt: Unter der Leitung der Kulturverwaltung müssten Sachverhalte nicht nur geklärt, sondern auch zum Ergebnis geführt werden. Das Thema bedürfe der Moderation der Kulturverwaltung. Es sei zu klären, ob die Finanzierung durch die Bürgerschaft zu leisten oder aus einem Spendenpool zu realisieren ist und ob es eine historisierende Darstellung werden solle, die er persönlich ablehnt. Dass die de-Greiff-Säule kein Denkmal ist, sei durch die UDB erstmal geklärt. Die Diskussion habe Dynamik aufgenommen und müsse durch die Kulturverwaltung in den nächsten Monaten weiter verfolgt werden. Bürger Kreuzberg schließt sich der Auffassung "in weiten Teilen" an, ansonsten müsse Politik sich den Vorwurf gefallen lassen, keine Position zu beziehen. Er regt an, die Alternativen unter Benennung der Realisierungsmöglichkeiten gegenüberzustellen, auch wenn aufgrund der finanziellen Gegebenheiten, die Nicht-Realisierung wahrscheinlicher als die Realisierung erscheine. Er regt an, hierzu in den nächsten Monaten eine Vorlage zu erstellen und sieht durchaus die Zuständigkeit des Kultur- und Denkmalausschusses gegeben. Beigeordneter Micus führt aus, was die Diskussion so schwierig mache: Es gibt zwei von verschiedenen Bezirksvertretungen beschlossene Alternativen, die man monetär bewerten könne. Wenn man dies getan habe, bleibe die Frage des Entscheidungswegs. Die Verwendung des Säulenschaftes als Sonnenuhr sei kein Kunstwerk und damit keine Frage für den Kulturbereich. Die Annäherung an den historisierenden Gedanken der Rekonstruktion bedeute nicht, dass automatisch ein Denkmal entstehe, es also keine den Denkmalbereich tangierende Frage sei. Ratsherr Dr. Hattstein spricht sich für die Anwendung eines weiten Kulturbegriffs aus; sollte sich in der weitergehenden Diskussion ergeben, dass es sich um Stadtmöblierung handle, könne der Ausschuss immer noch an den Gestaltungsbeirat verweisen. Kulturberater Scheelen pflichtet seinem Vorredner bei, Erinnerung an wichtige Stadt-Persönlichkeiten habe durchaus etwas mit Kultur zu tun. De Greiff sei ein herausragender Bürger gewesen. Er plädiert dafür, an der Zuständigkeit des Kultur- und Denkmalausschusses festzuhalten. Er schlägt vor, die Vertreter der beiden unterschiedlichen Konzepte in den Ausschuss einzuladen, um diese vorzutragen. Fragen der Finanzierung könnten von beiden möglicherweise mit beantwortet werden. Ratsherr Kokol schließt sich der Auffassung an, dass der Kulturausschuss zuständig ist. Er wisse auch nicht, ob der Rat gut beraten wäre, die divergierenden Beschlüsse zu einem Ergebnis zu führen. Ihm schwebe eher vor, dass die beiden Bezirksvertretungen versuchen, einen gemeinsamen Vorschlag abzusprechen.
Die Vorsitzende, Ratsfrau Müllers, fasst zum weiteren Vorgehen zusammen:
a) Es bleibt bei der Zuständigkeit des Kultur- und Denkmalausschusses.
b) Die Vertreter der beiden Alternativen werden eingeladen, ihre Konzepte in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses vorzustellen.
c) Der Kultur- und Denkmalausschuss beauftragt die Verwaltung, eine Vorlage zu erstellen hinsichtlich der Finanzierungsmöglichkeiten und weiterer Rahmenbedingungen.
Der Ausschuss stimmt der Verfahrensweise zu, ebenso der Ergänzung der Vorsitzenden, dass eine Entscheidung in der Sache heute nicht getroffen werden kann.